Plusvalía - die gemeindliche Wertzuwachssteuer

Plusvalía - die gemeindliche Wertzuwachssteuer

Als Experten für spanischen Immobilienrecht und deutsch-spanisches Erbrecht erklären und berechnen wir auch alle beim Immobilienerwerb anfallenden Steuern. Hierzu gehört auch die gemeindliche Wertzuwachssteuer, welche nachfolgend kurz erläutert wird.

Grundlage für die Erhebung der gemeindlichen Wertzuwachssteuer

Die gemeindliche Wertzuwachssteuer (Impuesto Municipal sobre el Incremento del Valor de los Terrenos de Naturaleza Urbana, gekürzt IIVTNU), welche umgangssprachlich als plusvalía oder plusvalor bezeichnet wird, ist in den Art. 105 bis 111 des Real Decreto Legislativo 2/2004, de 5 de marzo, por el que se aprueba el texto refundido de la Ley Reguladora de las Haciendas Locales (Gesetz zur Regelung der lokalen Steuern) geregelt. Die autonomen Regionen haben eine (beschränkte) Befugnis hiervon Abweichendes durch zu bestimmen. Siehe hierzu z.B. Balearen

Gegenstand der Besteuerung der gemeindlichen Wertzuwachssteuer

Besteuert wird der (fiktive) Wertzuwachs städtischen Grund- und Bodens aus Anlass des Erwerbs einer Immobilie in Spanien. Der Erwerb kann durch

  • Rechtsgeschäft (z.B. Kauf, Schenkung) oder
  • von Todes wegen (z.B. Erbschaft, Vermächtnis) erfolgen. 

Berechnung der Steuerschuld 

Zur Berechnung der Steuerschuld sind zunächst der 

  • Bodenwert,
  • die Dauer des Besitzes und
  • der (fiktive) Wertzuwachs zu ermitteln.

Der Bodenwert (valor del Terreno oder valor del suelo) am Tag des steuerpflichtigen Erwerbs wird vom Katasteramt (oficina de catastro) festgelegt.

Die Dauer des Besitzes ist der Tag seit dem letzten steuerpflichtigen Erwerb (z.B. durch Erbschaft oder Kauf). 

Den fiktiven Wertzuwachs während der Dauer des Besitzes bestimmt die Gemeinde. Die steuerpflichtige Wertsteigerung ist aber wie folgt begrenzt.

 

Maximal zu versteuernde Wertsteigerung 

Einwohner

1-5 Jahre

Bis 10 Jahre

Bis 15 Jahre

Bis 20 Jahre

bis zu 50.000

3,1 %

2,8 %

2,7

2,7

50.001  -    100.000

3,2 %

3 %

2,8

2,7

100.001 -    500.000

3,4 %

3,2 %

2,9

2,8

500.001 - 1.000.000

3,6 %

3,4 %

3,1

2,9

mehr als  1.000.000

3,7 %

3,5 %

3,2

3

Der so ermittelte Wertzuwachs ist mit dem Steuersatz, den die Gemeinde festsetzt, zu multiplizieren. Dabei darf der von der Gemeinde festgesetzte Steuersatz nicht den sich aus nachfolgender Tabelle ergebenden Steuersatz überschreiten: 

Einwohner 

Minimaler Steuersatz     Maximaler Steuersatz 

bis zu 50.000

16%                                          26 % 

50.001  -    100.000 

17%                                          27 %

100.001 -    500.000 

18%                                           28 % 

500.001 - 1.000.000 

19%                                           29 % 

mehr als  1.000.000 

20%                                          30 % 

Die Gemeinden erteilen auf Anfrage Auskunft über den Wertzuwachs und den Steuersatz. Manche Gemeinden veröffentlichen ihn auch im Internet.

Erklärung der Steuer

Die Steuer ist in einer Frist von 6 Monaten ab dem Todesfall zu erklären und zu zahlen. Diese Frist kann um weitere 6 Monaten verlängert werden. Vor einer Zahlung kann in der Regel keine Eintragung des Erwerbers ins Eigentumsregister (registro de la propriedad) erfolgen. 

Keine Erhebung der Steuer mehr ab 26.10.2021

Das spanische Verfassungsgericht (Tribunal Constituciona) hat mit Entscheidung vom 26.10.2021 die gesetzlichen Bestimmungen über die Erhebung der gemeindlichen Wertzuwachssteuer (Plusvalía) - Artikel 107.1, zweiter Absatz, 107.2.a) und 107.4 TRLHL - für nichtig erklärt, da die Bewertung nicht nach dem wahren Wert erfolgt und den in Artikel 31 der spanischen Verfassung verankerten Grundsatz der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit verletzt. 

Bis zu einer gesetzlichen Neuregelung kann die Steuer nicht mehr erhoben werden. Die Entscheidung hat keine Wirkung für die Vergangenheit, so dass eine Erstattung gezahlter Wertzuwachsteuer nicht erfolgt. 

Es wird nicht nur nicht möglich sein, Ansprüche für Sachverhalten geltend zu machen, die bereits von der Verwaltung beurteilt oder endgültig entschieden wurden, wie in der nach der Zustimmung des Plenums herausgegebenen Notiz angekündigt wurde, sondern auch diejenigen, die vorläufige oder endgültige Liquidationen haben, die zum Zeitpunkt der Entscheidung (26. Oktober 2021) nicht angefochten wurden, und Selbstveranlagungen, deren Berichtigung nicht rechtzeitig beantragt wurde, werden ebenfalls keinen Anspruch haben.

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